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Die Oberstufe St.Katharina wird voraussichtlich ab Sommer 2028 auch Knaben aufnehmen. Das neue Schulkonzept wird bereits jetzt punktuell getestet. Das sind die konkreten Veränderungen für die Jugendlichen.
Wil Die Mädchensekundarschule St.Katharina muss nach einem Bundesgerichtsurteil bald auch Knaben aufnehmen. Als Privatschule mit öffentlichem Auftrag ist sie dazu verpflichtet, ihr Angebot künftig geschlechterunabhängig auszurichten. Bis im Sommer 2028 das neue Schulkonzept Anwendung findet, bleibt den Verantwortlichen Zeit, die geplanten Anpassungen zu testen. Am Montagmorgen gaben Kathi-Schulleiterin Corinne Alder und Stiftungsrat Roman Gehrer einen Einblick in das neue Schulkonzept und informierten über dessen Umsetzungsstand.
«Die Schule soll Freude machen», betont Corinne Alder. Trotzdem würden in der Berichterstattung über die Schweizer Volksschule momentan die Negativschlagzeilen überwiegen: steigender Druck, immer mehr psychische Probleme und sich häufende Schulabsenzen. Diesen Problemen sollen am Kathi mit dem neuen Schulkonzept entgegengewirkt werden. Ab dem Schuljahr 2028/29 findet in der Wiler Privatschule deshalb nicht nur gemischtgeschlechtlicher Unterricht auf Sek- und Realniveau statt, auch das Bildungsangebot wird erweitert. Die Jugendlichen können zukünftig zwischen zwei verschiedenen Schwerpunkten wählen: Der bisherige Musikschwerpunkt wird zu «Musik und Performance» ausgebaut und mit einem weiteren, naturwissenschaftlichen Schwerpunkt «Mint und Design» ergänzt.
Das neue Schulmodell des Kathi nennt sich «Flex Education». Es wurde gemeinsam mit verschiedenen Bildungs- und Pädagogikexperten entwickelt. Gemäss Corinne Alder soll damit im Schulalltag gleichzeitig die notwendige Orientierung geschaffen und die Selbstständigkeit unterstützt werden. Mit einer Mischung aus Fachunterricht und Schwerpunktfächern wird interdisziplinäres Arbeiten ermöglicht. Das Lernen in unterschiedlichen Umgebungen wie Klassenzimmern, Lernateliers und Schwerpunkteräumen und das selbstständige Arbeiten an Projekten sollen die Eigeninitiative und die intrinsische Motivation fördern.
Das neue Schwerpunktfach «Mint und Design» deckt naturwissenschaftliche Interessen ab. «Eifach mol mache», sei hier das Motto, erklärt Felicitas Zehnder. Die Kathi-Lehrerin ist an der Entwicklung des neuen Schwerpunkts beteiligt und wird ihn zukünftig leiten. Dabei gehe es vor allem ums Experimentieren und die kreative Lösungsfindung bei praktischen Problemstellungen. «Die Jugendlichen sollen nicht nur theoretische Aufgaben abarbeiten, sondern, eigene Ideen entwickeln und gestalten», betont die Mint-Verantwortliche. Dafür wurde ein Mint-Raum eingerichtet, der bereits seit Anfang dieses Schuljahres von den Schülerinnen der dritten Oberstufe getestet wird. Dafür wurde unter anderem ein 3D-Drucker und ein Lasercutter angeschafft.
Zur Unterstützung der Mint-Projekte und für einen erweiterten Praxisbezug sind laut Corinne Alder Kooperationen mit regionalen Unternehmen geplant. Nicht für alle Projektideen könne das Kathi die passende Infrastruktur zur Verfügung stellen. «Die Fachpersonen aus den Unternehmen können den Jugendlichen Fachwissen vermitteln und die Begeisterung für die Berufswelt mitgeben.» Aktuell sei die Privatschule noch auf der Suche nach einer Handvoll Partner. Die bereits bestehende Partnerschaft mit Stihl werde weitergeführt, so die Schulleiterin.
Musik und Theater ist bereits seit Jahren eine der Stärken der Mädchensek. Seit über 30 Jahren findet das traditionelle Kathi Musical statt. Nun wird das Schwerpunktfach noch mehr in Richtung Performance erweitert. Dazu gehören laut dem Musiklehrer Dennis Koch Theater und Tanz aber auch Musik-, Podcast, - oder Videoproduktion. Dafür wird die bestehende Infrastruktur ausgebaut. «Hier können Verbindungen zum Mint-Schwerpunkt entstehen», so Koch. Beide Schwerpunktfächer, sollen allen Jugendlichen offenstehen, betont Corinne Alder. Ohne Begrenzung der Teilnehmerzahlen seien zwar weder die Raum- noch die Personalplanung weit im Voraus nicht möglich, gibt die Schulleiterin zu, es sei aber ohnehin noch vieles offen. Dazu gehört auch der Kathivertrag, wie Stiftungsrat Roman Gehrer am Anlass mitteilte. «Die Stiftung ist dabei, mit der Stadt eine Lösung zu finden», so Gehrer. Voraussichtlich im kommenden Frühling soll der neue Vertrag dem Wiler Stadtparlament vorgelegt werden.
Linda Bachmann
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