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Die Stiftung will den Betrieb des Restaurants Hof zu Wil selbst übernehmen.
Die Stiftung Hof zu Wil hat dem Pächterpaar des Restaurants gekündigt. Marcel und Angelina Kampe haben die Kündigung angefochten. Aktuell läuft ein Verfahren. Bisher äusserte sich der Stiftungsrat nicht zu seinen Zukunftsplänen für den Gastronomiebetrieb. Nun lässt er sich in die Karten blicken.
Wil Der Stadtrat informierte vergangene Woche über sein weiteres Vorgehen, um die angespannte Finanzsituation im Hof zu Wil zu lösen. Er beantragt beim Stadtparlament zwei befristete zinslose Darlehen: Drei Millionen Franken für die Verpflichtungen der Stiftung im Zusammenhang mit der dritten Bauetappe und 950'000 Franken für die Betriebsliquidität (WN vom 8. Oktober). Die Stiftung beantragte den gleichnamigen Betrag – allerdings in Form eines Nachtragskredits. Aus dem in diesem Zusammenhang veröffentlichten Antrag der Stiftung Hof zu Wil, geht auch hervor, wie der Stiftungsrat den Betrieb des Wiler Wahrzeichens zukünftig ausrichten will. Auch die Pläne für den Gastronomiebetrieb sind darin festgehalten.
Die Hofstiftung hat dem Pächterpaar per Ende September gekündigt. Angelina und Marcel Kampe haben die Kündigung angefochten, sie wollen noch bis Ende 2029 bleiben. Das Verfahren läuft. Trotz der noch unklaren Rechtslage gibt der Stiftungsrat nun Einblick in seine Pläne für den Restaurantbetrieb: Er will die Hofgastronomie künftig selbst betreiben. Die Gründe für diese strategische Neuausrichtung sind unter anderem finanzieller Natur: «Die Einnahmen aus dem Bereich Gastronomie liegen weit hinter den erwarteten Umsätzen zurück», schreibt die Stiftung in ihrem Antrag an den Stadtrat. Die ursprüngliche Schätzung basiere auf den Umsatzzahlen der vorgängigen Pächter sowie der Einschätzung der Gastronomieberater des Unternehmens Volkart und Richard, heisst es weiter. Nach Einschätzung des Stiftungsrates spiele die organisatorische Grenze zwischen Hofleitung und Gastrobetrieb dabei eine grosse Rolle.
Von der Integration der Gastronomie in den Betrieb verspricht sich die Stiftung ausserdem Synergie- und Einsparungseffekte. Diese seien in der Vergangenheit unterschätzt worden. «Insbesondere die Aufnahme des Hotelbetriebes wird die Ausgangslage nochmals verändern. Mit einem Angebot aus einer Hand wird garantiert, dass die Kunden für ihre unterschiedlichen Ansprüche und Bedürfnisse nur einen Ansprechpartner haben», so der Stiftungsrat. Mit solchen Angebotskombinationen wolle man insbesondere Unternehmen, Gruppen und Institutionen beworben werden, die weniger preissensitiv seien. Au die Anfrage dieser Zeitung, wie solche Angebote konkret aussehen könnten, gibt der Stiftungsratspräsident Andreas Breitenmoser an, dass die Stiftung wegen der bestehenden Unsicherheiten an verschiedenen Szenarien arbeiten würde. Einzelheiten könne man derzeit keine bekannt geben.
Voraussetzung für die Neuausrichtung ist laut Breitenmoser ein Gastronomiekonzept. Dazu gehöre auch die gezielte Ergänzung des Stiftungsrats mit Gastronomieerfahrung. Gemäss dem Stiftungsratspräsidenten gibt es bereits mehrere Interessenten, die den Gastronomiebetrieb für die Stiftung leiten wollen. Details zu einzelnen Personen wolle der Stiftungsrat allerdings keine verraten.
Linda Bachmann
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