Ramon Gschwend
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Das Komitee «Ja zum Stadtfonds» befürchtet, dass ohne den Stadtfonds zukünftig weniger Events in der Wiler Innenstadt stattfinden werden.
Der Stadtfonds soll aufgehoben werden. Dies hat das Wiler Stadtparlament an seiner letzten Sitzung beschlossen. Nun setzt sich ein Komitee gegen diese Entscheidung ein.
Wil Das Wiler Stadtparlament hat am 27. August beschlossen, das Stadtfondsreglement aufzuheben. Künftig sollen statt des Fonds jährlich 100'000 Franken direkt für die Standortförderung budgetiert werden. Nun ergreift das Komitee «Ja zum Stadtfonds» das Referendum gegen diesen Entscheid. Hinter dem Zusammenschluss stecken die EVP Wil, die Grünen Prowil, die SP Wil sowie der Kulturverein SoundSofa Wil, die Art Garden AG und StreetArt-Swiss.
«Wer eine attraktive und belebte Innenstadt will, muss auch bereit sein, gezielt in sie zu investieren. Der Stadtfonds bringt Menschen ins Zentrum, ermöglicht Begegnungen und stärkt Gastronomie und Gewerbe», erklärt Daniel Stutz vom Referendumskomitee. Gerade bei Veranstaltungen entscheide häufig eine Finanzierungslücke darüber, ob ein Anlass durchgeführt werden könne, schreibt das Komitee in seiner Mitteilung. Ohne den Stadtfonds sei deshalb zu befürchten, dass künftig weniger Veranstaltungen und Projekte in der Wiler Innenstadt stattfinden würden – insbesondere in der Oberen Bahnhofstrasse und in der Altstadt. Von der Aufhebung betroffen sind unter anderem Veranstaltungen wie Viva Wil, das Velofestival Pedale, die Wiler Shopping Days, die Visionen Stadtoasen, die Weihnachtsreise oder das Street-Art-Festival. «Zahlreiche Anlässe konnten nur dank einer finanziellen Unterstützung aus dem Stadtfonds realisiert werden», heisst es vom Komitee.
Der Stadtfonds wurde vor vier Jahren von den Wiler Stimmberechtigten beschlossen. Er wurde damals mit rund 57 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Das Komitee sei deshalb überzeugt, dass die Bevölkerung auch mit einer Volksabstimmung über seine Aufhebung entscheiden soll. Für das Zustandekommen des Referendums müssen innerhalb von 30 Tagen 500 gültige Unterschriften gesammelt werden. Die Frist läuft am 1. Oktober ab.
Linda Bachmann
Das StreetArt-Swiss-Festival fand bereits zwei Mal, 2024 und 2025, in der Wiler Innenstadt statt. Hinter dem Kulturanlass mit internationalen Kunstschaffenden steht Peter Spitzli, der auch die Gartenausstellung «Artgarden» organisiert.
Peter Spitzli, wie beurteilen Sie den Entscheid des Stadtparlaments?
Wir sind über diesen Entscheid sehr enttäuscht. Besonders bedauern wir, dass die rund 298'000 Franken aus dem Stadtfonds nun in die ordentliche Jahresrechnung fliessen. Damit verbessert sich das Jahresergebnis der Stadt Wil zwar einmalig, gleichzeitig verschwindet aber eine Reserve, die speziell für ausserordentliche Projekte und Festivals mit einem höheren Finanzierungsbedarf geschaffen wurde. Der eigentliche Verlust ist nicht nur das Geld. Wil verliert ein Instrument, das Innovation ermöglicht hat.
Was bedeutet die Aufhebung des Stadtfonds für StreetArt-Swiss?
Der Stadtfonds war für uns nie eine Dauersubvention. Er war eine Anschubhilfe für innovative Projekte mit einer grossen Wirkung für die Stadt. Dank dieser Unterstützung konnten Projekte wie das StreetArt-Swiss-Festival und Artgarden realisiert werden.
Wie geht es mit dem StreetArt-Swiss-Festival nun weiter?
StreetArt-Swiss wird seine Arbeit fortsetzen. Allerdings verändern sich die Rahmenbedingungen. Wir prüfen deshalb neue Möglichkeiten und stehen bereits mit verschiedenen Veranstaltungsorten und Destinationen im Gespräch. Unser Wunsch ist und bleibt, unsere Projekte weiterhin in Wil zu realisieren. Wenn die finanziellen Voraussetzungen jedoch fehlen, müssen wir als Veranstalter auch Alternativen prüfen.
Sehen Sie das jährliche Budget von 100'000 Franken für die Stadtförderung als Alternative?
Es ist positiv, dass weiterhin Mittel für Aktivitäten vorgesehen sind. Diese ersetzen jedoch keinen Fonds, der grössere oder mehrjährige Projekte mit einer Anschubfinanzierung unterstützen konnte. Gerade innovative Festivals oder neue Veranstaltungsformate mit einem höheren Finanzierungsbedarf werden es künftig wesentlich schwerer haben.
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