Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Die St.Nikolaus-Gruppe Wil feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Co-Präsident Nico Breu erzählt den WN, welchen Herausforderungen die Chläuse in den letzten Jahrzehnten trotzen mussten und weshalb er den roten Umhang stets mit Stolz und Freude trägt.
Wil Es ist wieder so weit: Seit heute Abend ziehen die Wiler Chläuse durch die Äbtestadt und lesen vor versammelten Familien aus dem schweren roten Buch vor. Seit Jahrzehnten läuten die bärtigen Männer mit den roten Bischofsmützen und ihren dunkel gekleideten Gefährten die Wiler Adventszeit ein – dieses Jahr feiert die St.Nikolaus-Gruppe ihr 100-jähriges Jubiläum. Grosses Engagement «Es erfüllt mich mit Stolz, dieses Jahr als Co-Präsident begleiten zu dürfen», sagt Nico Breu, der sich das Präsidium des Vereins mit Pankraz Schär teilt. Der Wiler ist seit 2013 aktives Mitglied in der St.Nikolaus-Gruppe und hat vor zwei Jahren das Co-Präsidium übernommen. «Ich freue mich, wie sehr sich die Mitglieder Jahr für Jahr engagieren», betont er. Das Organisationskomitee habe für das Jubiläumsjahr ein vielfältiges Programm zusammengestellt. «Trotz des hohen Aufwands und der zusätzlichen Termine ist das Engagement der Mitglieder sehr hoch – das ist heutzutage alles andere als selbstverständlich.»
Es habe Zeiten gegeben, weiss Nico Breu, in denen die St.Nikolaus-Gruppe weniger präsent war. «Es ist nicht mehr Gang und Gäbe, dass man den Samichlaus nach Hause bestellt», weiss der Co-Präsident. Umso mehr Aufwand betreibe die Gruppe heute, um den Brauch lebendig zu halten. Erst eine intensivere Werbung, unter anderem auch auf Social Media, hätte in den letzten Jahren wieder zu einem deutlichen Anstieg der Anmeldungen geführt: Dieses Jahr besuchen laut dem Co-Präsidenten die 14 Chlauspaare in den drei Tagen vom 4. bis 6. Dezember knapp 240 Familien in der
Region Wil. Dazu kommen noch die Einsätze in Schulen, Kindergärten, sozialen Einrichtungen oder Vereinen. «Wir erhalten aktuell wieder sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung», freut er sich. «Das zeigt: Der Brauch lebt weiter.»
Neben der verstärkten Werbetätigkeit habe sich im Laufe der Jahre ein weiterer Punkt wesentlich verändert: Der Ablauf eines Chlausbesuchs: «Im Gegensatz zu früher hat der Besuch des St.Nikolaus keinen bestrafenden Charakter mehr, sondern dient als positiver Input», vergleicht Nico Breu. Noch immer beginne jeder Besuch mit einer kleinen Geschichte, gefolgt von Sprüchli und dem traditionellen Blick ins rote Buch. Heute stehe jedoch das positive Erleben der Kinder im Vordergrund. «Mit der versammelten Familie in ihrer Stube zusammenzukommen ist stets ein besonderer und sehr intimer
Moment», erzählt der Co-Präsident des Vereins. «Man ist zwar ein Fremder, wird aber trotzdem immer mit sehr viel Wertschätzung empfangen.»
Für Nico Breu gehört der St.Nikolaus-Brauch fest zur Einstimmung auf die Adventszeit. Seine Familie ist seit Generationen mit der Tradition verbunden: Der Grossvater half als Mesmer in der Stadtkirche bereits bei den Vorbereitungen mit. Später waren auch sein Vater und sein Bruder Mitglieder der Gruppe. «Der Verein ist für mich deshalb eine persönliche Herzensangelegenheit.» Aktuell umfasse die St.Nikolaus-Gruppe Wil 30 aktive Mitglieder im Alter zwischen 28 und 75 Jahren. Um alle Anmeldungen abzudecken, sind 28 Chläuse und Schmutzlis im Einsatz. Unterstützt werden diese von elf Personen, auf einer Reserveliste. «So können wir, auch wenn jemand mal ausfällt, alles abdecken», erklärt der Co-Präsident. Nachwuchssorgen hat der Verein demnach nicht, weshalb er positiv in die Zukunft blickt.
Am Samstag, dem 6. Dezember von 15 bis 16 Uhr findet der traditionelle Chlaus-Auszug aus der St.Nikolauskirche in der Altstadt statt. Am darauffolgenden Sonntag, dem 7. Dezember wird im Rahmen des Jubiläums von 11 bis 12 Uhr ein Festgottesdienst in der St.Nikolauskirche ausgerichtet. Weitere Infos unter: www.stnikolauswil.ch
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