Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Auf dem Hof von Lydia und Urs Schildknecht in Jonschwil gelten seit dem Ausbruch der Vogelgrippe strikte Hygiene- und Schutzmassnahmen. Nur wenige Personen dürfen den Hühnerstall betreten, und jeder Schritt erfolgt nach festen Regeln, um die Legehennen zu schützen.
Jonschwil Wer in den Stall der 6000 Legehennen von Lydia und Urs Schildknecht möchte, muss seit gut zwei Wochen einige Schutzvorkehrungen befolgen. Gleich hinter der Tür zum ersten Raum liegt eine Fussmatte mit Desinfektionsschaum. «So werden die Keime von draussen direkt eliminiert», erklärt Urs Schildknecht. Auch die Hände müssen gewaschen und desinfiziert werden. Zum Schluss gibt es für Besuchende einen weissen Schutzanzug und Plastiküberzieher für die Schuhe. Wer sich auf der Besucherliste eingetragen hat, darf durch die Hygieneschleuse in den Vorraum des Hühnerstalls treten. Doch weshalb der ganze Aufwand?
«Vor rund zwei Wochen wurden wir vom Veterinäramt St.Gallen, von GalloSuisse und unserem Eierabnehmer darüber informiert, dass beim Wiler Stadtweier die Vogelgrippe ausgebrochen ist», erinnert sich Urs Schildknecht. «Man wusste, dass es im Thurgau schon Fälle gab. Dass es nun aber so nah ist, hat bei mir anfangs schon für unruhige Nächte gesorgt», erzählt Lydia Schildknecht, die hauptverantwortlich für die 6000 Legehennen ist. In Panik verfällt das Ehepaar aber nicht: «Es ist eine angespannte Lage, die erhöhter Vorsicht bedarf», betont Urs Schildknecht. «In professioneller Tierhaltung gab es keinen Fall in der Schweiz. Dafür haben wir die Schutzmassnahmen», stellt der Jonschwiler klar. Somit herrscht für den Hühnerstall der Schildknechts grundsätzlich die Regel: «Betreten verboten». Für Lydia und Urs Schildknecht sowie für seltene Besucher gelten die anfangs beschriebenen Hygienemassnahmen.
Im täglichen Betrieb, so Lydia Schildknecht, habe sich nicht viel verändert: «Die Eierabgabe und -annahme ist komplizierter geworden.» So dürfe sich der Chauffeur nicht mehr selbst bedienen. «Ich muss ihm die Eier nach draussen bringen und die leeren Wagen durch ein Desinfektionsbad stossen», erklärt sie. Die tägliche Dokumentation von den gelegten Eiern über Futter- und Wassermenge bis hin zu Vitaminabgaben oder Abgängen führt das Ehepaar auch unabhängig von den aktuellen Massnahmen täglich durch. «Bei Rückgängen der Legeleistung oder einer Abnahme von Futter- und Wasseraufnahme sind wir aber verpflichtet, diese zu melden», weiss Urs Schildknecht.
Für die Hennen selbst sind die Auswirkungen jedoch minimal: «Der Allwetterplatz ist für sie gestrichen», sagt Urs Schildknecht. Das sei jedoch nicht weiter tragisch, da die meisten Hennen lieber im Wintergarten seien. «Dort sind sie auch von oben geschützt», ergänzt seine Frau. Die braunen Legehybridhennen leben bei Familie Schildknecht in Freilandhaltung. «Wenn kein Virus umgeht, dürfen die Hennen von März bis Oktober auf die Wiese. Dabei bleiben sie bei regnerischem Wetter drinnen», verrät Urs Schildknecht. Die Tiere leben rund ein Jahr auf dem Hof in Jonschwil, bevor sie in den Schlachthof kommen und dort zu Suppenhühnern verarbeitet werden. «Dies ist sicherlich einer der weniger schönen Aspekte des Berufs», räumt der Jonschwiler ein. Bei ihrer ersten Schar ging es Lydia Schildknecht noch sehr nahe. «Es wird aber jedes Mal ein bisschen leichter», sagt sie. Eine Hühnerschar jedoch durch ein solches Vogelgrippevirus zu verlieren, wäre sehr tragisch, ergänzt sie.
Damit dies nicht geschieht, werden die Sicherheitsvorschriften auf dem Hof der Schildknechts sorgfältig eingehalten. «Für den Menschen ist das Virus zwar ungefährlich – für unsere Hennen jedoch nicht», so das Ehepaar. Darum geht es nach dem Ablegen des Schutzanzugs ans Waschbecken, um die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Und auch beim Verlassen der Hygieneschleuse tritt man über die Desinfektionsmatte.
Von Dominique Thomi
Lade Fotos..