Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Statt dass Spaziergänger bei einem Plausch unterwegs sind, sollen im Nutzenbuecherwald künftig Erde und Gestein lagern. Das Vorhaben sorgt für Diskussionen.
Oberbüren/Gossau Bei Bauprojekten fällt immer Aushubmaterial an – Gestein, Erde, Schotter. Was nicht verschmutzt ist, muss an einem geeigneten Ort deponiert werden. Deshalb soll im Nutzenbuecherwald künftig eine Deponie entstehen. Das Naherholungsgebiet erstreckt sich über die Gemeinden Oberbüren und Gossau. Gegenüber dem Vorhaben der St.Galler Regierung und der Depko AG hat Oberbürens Revierförster Bernhard Herbert gemischte Gefühle: «Ich sehe Chancen für die ökologische Aufwertung des Waldes, mache mir jedoch auch Sorgen um den Waldboden», gibt er zu bedenken.
«Der Wald ist viel begangen, es gibt fast keine Tageszeit bei der man keinem Spaziergänger über den Weg läuft», sagt Bernhard Herbert. Sowohl aus Oberbüren wie auch aus der Stadt Gossau würden die Menschen im Nutzenbuecherwald Erholung suchen. Die Diskussion um das Naherholungsgebiet wird schon eine Weile geführt und der Revierförster weiss: «Die einen Waldbesitzer finden das Projekt nicht gut, die anderen stehen voll und ganz dahinter.» Die Bedenken und die Verärgerung der Betroffenen kann Herbert nachvollziehen. «Ich verstehe, dass man seinen Wald nur ungern für eine Deponie hergibt.»
Die grössten Bedenken des Försters gelten dem Boden. «Der Boden endet nicht bei den Pilzen» erklärt Herbert, «er geht viel tiefer und bräuchte Jahrhunderte um sich so zu entwickeln, wie er jetzt ist.» Durch das Projekt würde der Boden zerstört und die Frage, wie schnell er sich erholt, bleibe offen, gibt Herbert zu bedenken. «Ich gehe davon aus, dass es mehrere Generationen und mehr als 100 Jahre dauert, bis sich der Boden erholt.»
Die Deponie soll etappenweise über 30 Jahre betrieben werden. Flächen werden aufgefüllt und gleich wieder aufgeforstet. «Ich sehe das als Chance für den Waldbestand. Weg von der fichtenlastigen Monokultur, hin zu einem naturnahen Mischwald», so Bernhard Herbert. Laut dem Revierförster kann durch das Projekt der Nutzenbuecherwald ökologisch aufgewertet werden. «Das sehen auch Naturschutzverbände wie Pro Natura so», weiss er.
«Irgendwohin muss der Aushub unserer Bauprojekte», stellt Herbert klar. Seiner Ansicht nach sollte man auch den anderen Blickwinkel betrachten. «Wir alle sind in einer Art und Weise davon betroffen. Wir wohnen in einem Haus und arbeiten in Büros. Es ist deshalb vermessen, zu einer Deponie Nein zu sagen», findet der Revierförster klare Worte. «Bis die Deponie kommt, wird noch einiges passieren», sagt der 53-Jährige. Die St.Galler Regierung hat den Sondernutzungsplan und das Baugesuch für die öffentliche Auflage freigegeben. Nach der Auflagezeit, die von Montag, 17. November, bis Dienstag, 16. Dezember, dauert, wird sich zeigen, ob das Projekt einen Schritt weiter kommt.
Von Dominique Thomi
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Ich schreibe ein totales Nein zur geplanten Deponie Nutzenbucherwald, es darf einfach nicht sein, das rund 29 Hektaren Wald für eine fragwürdige Deponie gerodet werden. Die wichtigsten Funktionen des Waldes für uns Menschen sind Luftreiniger, Erholungsraum, Schutz, Biodiversität, Klimaschutz. All dies wird mit einer Abholzung und eine Deponie zunichte gemacht und dies für mehr als 30 Jahre.
Bea Speck antworten
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